Gro­ßer An­sturm auf klei­ne Schät­ze

Joseph-von-Fraunhofer-Halle Presseberichte: Joseph-von-Fraunhofer-Halle Allgemein

... 43. Li­ons-Trö­del­markt: er­neut rie­si­ger An­drang von vie­len Schnäpp­chen­jä­gern

Das Lied „Conquest of Paradise“ schallt aus den Lautsprechern, Landrat Josef Laumer klettert auf eine Bierbank und zückt sein Handy – winkend rennen die ersten Besucher in die Messehalle. Seit Stunden haben sie auf diesen Moment gewartet. Die 180 Helfer des Lions-Club klatschen. Jetzt geht es los.

Innerhalb weniger Minuten füllt sich die Messehalle am Hagen beim 43. Trödelmarkt des Lions Hilfswerks am Samstag um 9.30 Uhr wieder mit Hunderten Schatzsuchern. „Die ersten Besucher standen bereits um 7 Uhr vor der Tür“, erzählt Organisator Dr. Florian Herpich. „Rappelvoll“ ist die Halle mit gespendeten Spielen, Schuhen, Lampen, Bildern, Töpfen und vielem mehr. Eben alles, was ein Trödlerherz um einiges höher schlagen lässt. Viel Arbeit steckt hinter dem Markt.

„Ich kann nicht in Worte fassen, was hier am Trödelmarkt immer los ist“, sagt der Landrat. „Heute muss ich den Einzug der Besucher mit dem Handy filmen.“ Und Oberbürgermeister Markus Pannermayr ist „ganz begeistert, wie begeistert der Landrat ist“. Der Markt ist eine „gewaltige Leistung der Lions“, erklärt Pannermayr. „Danke, danke, danke für das, was mit dem Erlös gemacht wird.“ Der kommt wie jedes Jahr komplett wohltätigen Zwecken in der Region zugute. Dazu gehören größere Projekte und „laufende Sachen“, wie die Tafel oder das Bürgerheim, berichtet Dr. Herpich. Der neue Staatssekretär Josef Zellmeier würdigt vor der Eröffnung die „große Leistung“ und wünscht gute Geschäfte.

Und die gab es reichlich am Samstag und Sonntag. Die Bummler wühlten, gruschten, feilschten und drückten sich durch die Menschenmenge, um sich die vielen kleinen und großen Schätze der Lions genauer anzusehen. Schon nach fünf Minuten waren die ersten Trödler fertig und trugen ihre Schätze zu den Autos – eine Nähmaschine, eine Tüte voll mit Brettspielen, einen DVD-Player, einen Kindersitz, einen Stapel Bücher und sogar ein Holzkreuz. Christine Auernheimer half am Wochenende mit in der Halle und musste schon nach nur einer Minute einen Zettel an einen Kickerkasten hängen. Verkauft. Und so ging es vielen der Verkäufer. Aber so soll es ja auch sein. „Es ist immer ein schönes Bild in der Halle, die vielen Menschen“, schwärmte Bürgermeister Hans Lohmeier. Auch er stürzte sich anschließend in die Menge und trödelte durch die Messehalle.

Dr. Florian Herpichs Lieblingsstück war am Wochenende übrigens ein Ochsenjoch, das jahrelang als Symbol über einem Ehebett hing, verrät er. Am Sonntag wurde es zusammen mit anderen besonderen Stücken versteigert. „Es ist eben was für humorvolle Menschen“, sagte er lachend. Am Ende ersteigerte ein Mann das Joch. Er will es als Deko an die Wand hängen. Der Erlös des Vorjahres von rund 25 000 Euro wurde wohl wieder erreicht, berichtete Dr. Herpich nach dem Markt. Unter anderem ist er für die Inklusion von sozial Benachteiligten gedacht – zum Beispiel, dass Kinder mal bei Schulausflügen mitmachen könnten. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Mit dem Aufräumen waren wir noch nie so schnell fertig, wir hatten nur noch ganz wenig Ware.“ Da haben die Trödler ja ganze Arbeit geleistet.

Von Marie Sepaintner

Quelle: Straubinger Tagblatt, 26.03.2018