Benefizkonzert des Polizeiorchesters Bayern

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...Beeindruckendes Konzert des Polizeiorchesters in der Fraunhoferhalle zugunsten des BR-Projekts Sternstunden

Würdevoll und fröhlich (Quelle: Straubinger Tagblatt 25.05.2019, Von Theodor Auer)


Vor wenigen Wochen überzeugte das Polizeiorchester Bayern die Besucher in der Karmelitenkirche mit einem aufsehenerregenden Konzert zur Passionszeit – sowohl durch die Programmauswahl mit einem zeitgenössischen spanischen Komponisten, vor allem aber durch das Können der Musiker. Generalmusikdirektor Professor Johann Mösenbichler hat auch im Konzert in der Joseph-von-Fraunhoferhalle mit seinem Orchester ein fulminantes Programm erarbeitet. Musikstücke des 20. Jahrhunderts, die nicht jeden Tag zu hören sind.
Die hohen technischen Anforderungen vieler dieser Musikstücke vermochte das Polizeiorchester mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit zu spielen, als wäre deren Interpretation die einfachste Sache der Welt. Eben keine Polizisten, die nebenbei auch Musik machen, wie es der Name suggerieren mag, vielmehr Berufsmusiker, die sich als Bindeglied zwischen Polizei und Bevölkerung verstehen. Oberbürgermeister Markus Pannermayr durfte dazu auch den Polizeipräsidenten begrüßen. Dem Duktus des Titels „Ceremonial March“ entsprechend interpretierten die Musiker dieses Stück des Belgiers Jan Van der Roost zwischen würdevoll und fröhlich. Das Polizeiorchester setzt sich aus Holz- und Blechbläsern sowie Bass und Schlagzeug zusammen.
Die Holzbläser allein eröffneten die Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“ von Gioacchino Rossini. Von dieser Ouvertüre hört man meist nur den zweiten Teil mit seinem bekannten Marsch. Doch der Anfang ist für Holzbläser in seiner Melodik äußerst reizvoll, vor allem, wenn er von Künstlern auf dem Niveau des Polizeiorchesters gespielt wird. Einen hervorragenden Trompeter birgt das Orchester in seinen Reihen, Martin Ehlich. Im „Dramatic Essay“, einem Dialog zwischen Solo-Trompete und Orchester mit hohem Schwierigkeitsgrad von Clifton Williams, ließ Martin Ehlich seine Trompete nicht nur erstrahlen, sondern fügte seinen Part in puncto Dynamik perfekt in die wohldosierte Lautstärke des Orchesters ein. Mit Tobias Epp hat das Polizeiorchester einen zweiten, hervorragenden Solisten.
Mit seinem Euphonium, einem tief gestimmten Blechblasinstrument mit wohltuend weichem Ton, spielte dieser Künstler ein ansprechendes Stück mit dem Titel „For a Flower“ von Hermann Pallhuber. Leonard Bernstein hat seiner Wahlheimat New York nicht nur in der „West Side Story“, sondern auch in seinem Musical „Wonderful Town“ ein Denkmal gesetzt. Die Handlung, angesetzt in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, wird beherrscht von der Zeit des Swing, der bereits die Ouvertüre beherrscht. Das Polizeiorchester zeigte sich hier als Meister des „American Swing“ in Bigband-Manier.
Seit Jahrzehnten geistert der Roman „Moby Dick“, eine Walfang-Geschichte, durch die Literaturwelt. W. Francis McBeth hat die, auf einer wahren Begebenheit basierende, tragische Episode in die Sprache der Musik, eine 5-sätzige Suite, umgesetzt. Die Dramatik, die Schilderung der Charaktere der beteiligten Personen, kam in der Interpretation durch das Polizeiorchester voll zur Geltung.

Das Polizeiorchester Bayern spielte in der Fraunhoferhalle kostenlos, aber nicht umsonst, wie es Professor Johann Mösenbichler ausdrückte, denn „umsonst“ sind die Einnahmen durch das Benefizkonzert ganz gewiss nicht: Sie kommen der Aktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks zugute, die seit 25 Jahren kranken und hilfebedürftigen Kindern segensreiche Hilfe bietet.

Quelle: Straubinger Tagblatt, 25.05.2019