Der alltägliche Wahnsinn...

Joseph-von-Fraunhofer-Halle Presseberichte: Joseph-von-Fraunhofer-Halle Allgemein

...Harry G präsentierte sein neues Bühnenprogramm

„Wenn i in München Dialekt red, moant ja jeder, i hab Tollwut.“
Ohne am Samstagabend dabei gewesen zu sein, weiß wahrscheinlich jeder, von wem diese Aussage stammt. Harry G, berühmt geworden durch seine Videos auf YouTube und Facebook, ist bekannt für seine sehr direkte Art, Sachverhalte zu schildern.
Vergangenes Wochenende stellte er sein neues Programm „Harry die Ehre“ in der restlos ausverkauften Joseph-von-Fraunhofer-Halle vor und begeisterte Hunderte von Gästen. Soziale Medien, Kommunikation, Unterschiede zwischen Mann und Frau, regionale Besonderheiten, der alltägliche Wahnsinn – das sind die Themen, die Harry G interessieren. Er beobachtet jede Situation genau und gibt sie originalgetreu und durchaus auch etwas überspitzt wieder. Damit trifft er den Nerv der Zeit. Denn jeder kennt eben diese Situationen und kann deshalb herzlich mitlachen.
So berichtete er von seiner Mutter, die seit Kurzem ein Smartphone besitzt: „Meine Mutter walzt mit ihren Wurstfingern über das Display, dass du meinst, die gibt bei der Polizei ihre Fingerabdrücke ab. Aber gut. Die kommt halt noch aus einer Generation, wo es unter Todesstrafe stand, mit dem Finger einen Bildschirm zu berühren.“ Später fragte er beim Publikum nach: „Wer von euch hat kein Facebook? Wer macht Feuer noch mit Steinen?
Oder anders gefragt: Wer fährt noch zur Videothek, wenn er einen Porno sehen will?“ Über sich selbst lachen zu können – das gehört bei Harry G dazu. So gelingt es ihm, sämtliche Altersgruppen zu erreichen. Harry G nimmt aber auch immer wieder Bezug auf aktuelle politische Ereignisse, indem er etwa erzählt, wie man sich an verschiedenen Orten begrüßt: „In Hamburg sagt man ‚Moin‘, in Köln ‚Hallöchen‘ und in Dresden ‚Sieg Heil‘.“ Anekdoten zum typischen Münchener Wahnsinn kamen natürlich auch nicht zu kurz: „Da steh ich kürzlich im Bus, da klingelt bei dem Jugendlichen neben mir das Telefon. Dann er so: ‚Hey, jo, Digger! Ich steh’ grad im Bus neben so nem Spast mit Hut.‘Dann ich so: ‚Meinst du mich?‘ Und dann er: ‚Chill mal dein Leben, du Opfer.‘“ Gut zwei Stunden sorgte Harry G für einen Lacher nach dem anderen und bewies, dass er sehr viel mehr kann als kurze Internetvideos produzieren.

Quelle: Straubinger Tagblatt, 13.11.2018 - Michaela Abele