Er fand’s lustig, das Publikum auch...

Joseph-von-Fraunhofer-Halle Presseberichte: Joseph-von-Fraunhofer-Halle Allgemein

.....Der „König der Puppet Comedy“, Sascha Grammel, in der Fraunhoferhalle

Sascha Grammel tourt mit seinem Programm „Ich find’s lustig“ derzeit über deutsche Bühnen. Am Donnerstagabend machte der Tross mit zwei großen Sattelschleppern Station in der Fraunhoferhalle. Die Besucher waren begeistert von dem König der Puppet Comedy, der seine ganzen Freunde mitgebracht hatte.
Ein einmalig liebevoll gestaltetes Bühnenbild, das in Grammels eigene Wunderwelt entführte, verstärkte den guten Eindruck der Show. Und Sascha Grammel erweckt zu jeder Zeit den Eindruck, als hätte er den meisten Spaß an dem Blödsinn, der in perfekter Manier und einem Feuerwerk an Zwiegesprächen zwischen Tier und Mensch, oder eben auch von Mensch zu Mensch einem begeisterten Publikum zu Gehör gebracht wird. Jedem seiner Geschöpfe verpasst Sascha Grammel nicht nur eine andere Stimme, er bedient sich auch seiner Berliner Muttersprache und beweist Kenntnisse im bayerischen Dialekt.
Am Anfang der Show wurde ein Wort gesucht, das sich wie ein roter Faden durch die Show zog. Das Publikum stimmte für „Oachkatzlschwoaf“. Und an allen passenden Stellen wurde „Oachkatzlschwoaf“ dann eingebaut und riss das Publikum immer wieder zu Lachsalven hin. Frech unterwegs wie immer war Vogel Frederic, wenn auch gesundheitlich leicht angeschlagen. Davon zeugte auch die Fiebertemperatur von 47,11 Grad Celsius.
Herr Schröder hat den Beruf gewechselt, vom Verkäufer zum Zahnarzt, dem der Mund trocken bleibt, wenn Grammel den seinigen öffnet. Als früherer Verkäufer versucht er immer noch Lose an den Mann zu bringen und mit ihm hat Sascha Grammel dann das große Los gezogen. Unterstützung erhält Dr. Schröder von seiner nicht ganz so zart besaiteten Zahnfee Ursula. Schröder bescheinigt Sascha Grammel ein Bonanza-Syndrom – ein Pferdegebiss!

Und dann kam sie, die mit ihrem Charme und mit ihrem Augenaufschlag alle in ihren Bann zieht: die zuckersüße Schildkröte Josie, die in Straubing auf der Bühne ihren 114. Geburtstag feierte und sich mit Sascha Grammel an ihr erstes Wiegenfest erinnerte. Mieze durfte auch auf die Bühne und erklärte Grammel, dass er eigentlich keine Katze ist, auch wenn er Stubentiger genannt wird. Und Mieze sah auch aus wie ein Fisch – allerdings im Katzenfell. Alles war an diesem Abend perfekt in Szene gesetzt und präzise ausgearbeitet, jeder Augenaufschlag, jeder schiefe Blick und jede kleine Geste schufen Sympathie für die Freunde von Sascha Grammel.
Und wie meinte doch Prof. Dr. Peter Hacke, mit seiner äußerst interessanten Spaghettifrisur „Herr Grammel es reicht nicht, wenn sie ihre Texte auswendig lernen, sie müssen sie inhaltlich auch begreifen“.
Und das gelang in der Fraunhoferhalle durch Sascha Grammel so hervorragend, dass am Ende wohl alle Besucher sagen konnten „Ich fand’s lustig“. - wil -

Quelle: Straubinger Tagblatt, 10.11.2018